Herner EV

Aus Herne - Für die Region

Willenskraft erzwingt das Glück

Der Herner EV bezwingt mit einer enormen Willenskraft die Hannover Indians in der Overtime. 1374 Zuschauer erleben einen Krimi der dem "Bremer Tatort" an diesem Abend wahrscheinlich in nichts nachstand.

Zunächst entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit der besseren Chancenverwertung der Hannoveraner. Die Zuschauer sahen ein hartes aber zum größten Teil faires Eishockeyspiel, in dem die ersten 5 Tore ausschließlich im Powerplay fielen. Hannover konnte hierbei jeweils mit einer 1-Tor-Führung den Ton angeben. Als zum Anfang des letzten Drittels die Indians dann plötzlich mit 2 Toren Vorsprung auf 2-4 erhöhten, dachten viele bereits an die erste Heimniederlage dieser Saison, doch es kam alles ganz anders. Herne reagierte mit einer wahnsinnigen Energieleistung und einer Moral wie sie besser kaum in unsere Stadt passen könnte. Zunächst erarbeiteten Nieberle und Hauptig den Ausgleich zum 4-4. Als dann die Indians in der 55. Minute jedoch erneut mit 4-5 in Führung gingen, war es zugegebener Maßen nicht einfach, als Zuschauer noch an den erneuten Ausgleich zu glauben. Zu groß erschien der bis dahin erfolgte Aufwand der Herner "Malocher" und der damit einhergehende Substanzverlust, zumal Herne ab der 28. Minute auf Kapitän Kreuzmann nach einer Spieldauer-Disziplinarstrafe verzichten musste. Doch weit gefehlt, denn die Herner Eishockeykolonne vom Gysenberg erzwang das Glück und konnte nach Herausnahme von Torhüter Weidekamp zugunsten eines 6. Feldspielers in der letzten Minute durch Brad Snetsinger den Jubelerfüllenden Ausgleich zum 5-5 erzielen. Die Gysenberghalle stand Kopf und das Herner Publikum peitschte die Gysenberger Jungs nach vorne.

Ab ging es somit in die Overtime und diese zeigt sich für Herne in dieser Saison als sehr dankbar. So war es dann Danny Albrecht in der 63. Minute vorbehalten, nach feiner Vorarbeit durch Marcus Marsall und Michel Ackers, zum höchst umjubelten 6-5 einzunetzen.

Beide Trainer sprachen nach dem Spiel auf der Pressekonferenz von einem Herzinfarktspiel und waren sich einig darüber, dass beide Mannschaften hätten heute gewinnen können, am Ende wollte es Herne vielleicht etwas mehr.

Zum nächsten Heimspiel begrüßen die Herner am Freitag, den 27.10. die Tilburg Trappers aus den Niederlanden, dem aktuellen Tabellenführer der Oberliga Nord.

Torfolge:

15:01 0:1 Morczinietz (Pohanka, Schwab)
16:46 1:1 Snetsinger (McLeod, Ackers)
29:33 1:2 Schwab (Pohanka, Uusivirta)
30:26 1:3 Morczinietz (Uusivirta, Bacek)
37:22 2:3 Ackers (Albrecht, Snetsinger)
42:01 2:4 Ledlin (Uusivirta, Morczinietz)
43:15 3:4 Nieberle (McLeod, Ackers)
49:27 4:4 Hauptig (Esch, Ackers)
54:17 4:5 Bacek (Morczinietz, Ledlin)
59:10 5:5 Snetsinger (Albrecht, Ackers)
62:55 (OT) 6:5 Albrecht (Marsall, Ackers)

Strafminuten: Herne 7 plus Spieldauer ( Kreuzmann) Hannover 17 plus 10 plus Spieldauer
Zuschauer: 1374